
Kennt ihr das Gefühl des WUNSCHDENKENS? Wenn man eine Serie schaut, ein Buch
liest oder einen seiner Lieblingsfilme guckt, dass man die Menschen und deren Leben darin mit der eigenen Person vergleicht und sich all das für sich selbst wünscht? Ich zum Beispiel kann das SEHR gut. Ich will mir meinen ersten Kaffee morgens auch bei Luke abholen und in Stars Hollow leben, wo alle beknackt sind in der Birne :D Ich möchte einen Freund haben wie Clay und einen Sohn wie Jamie. Ich möchte mit Walter Bishop im Labor arbeiten und das als völlig normaler Mensch. Ich will eine Clique, die so wunderherrlich ist wie die bei himym und ich wünsche mir eine Liebesgeschichte, wie die aus Elizabethtown. Ich will auch 'ne Hogwarts Einladung erhalten und die Wohnung von Penny haben mit den coolsten Nachbarn der Welt. Ich würde alles tun, um nach Buchhaim zu können oder um das goldene Ticket für Willi Wonkas Schokoladenfabrik zu bekommen. Wobei das jetzt sehr ins unrealistische geht. Aber ihr wisst sicher, was ich meine ;-)
Ich glaube manchmal, dass dieses Wunschdenken die eigene Welt kleiner und farbloser macht, wenn man nicht aufpasst! Aber das stimmt eigentlich gar nicht. Klar kann ich nichts von alldem haben, was da oben steht. Schon gar nicht Sachen wie 'ne Hogwartseinladung, das goldene Ticket oder Buchhaim. Da ist es jetzt aber auch wieder mit mir durchgegangen xD Ich meinte eher die etwas realistischeren Dinge. Denn eigentlich hat Luke diese Gedanken eben bei mir ausgelöst. Weil ich bei ihm sitzen und Kaffee trinken will und dachte "Määh. Hier ist kein Café, in dem ein Luke mich bedient und mich beschützt, wenn mein Freund Schluss gemacht hat." Und naja dann kam ich noch auf diese ganzen anderen Beispiele.
Aber DANN dachte ich mir, wir finden das doch nur so toll, weil wir es nicht genauso haben und weil wir es nicht kennen. Dafür haben wir andere Menschen und Läden oder Zimmer. Ich meine, wäre ich NICHT Jenny. Sagen wir mal Jenny wäre die Hauptfigur in der Serie ... was weiß ich :D Keine Ahnung, wie eine Serie mit mir in der Hauptrolle heißen würde xD Auf jeden Fall kann ich mir vorstellen, dass ich - wenn ich diese Serie von außen schaue - vielleicht auch dauernd denken würde, ich wäre gern sie! :) Ich glaub mein Zimmer fände ich schon SEHR cool! Und die Episode, in der Jenny mit ihren Freunden in den See springt, fände ich auch genial. Da würde ich dann auch wieder rummemmem "Ich will solche Freunde wie diese Jenny hat." Und bestimmt würde ich Jacky als kleine Schwester und Lizzy als Hundekind total großartig finden und dass die Oma da direkt nebenan wohnt und zusammen mit ihrer Enkeltocher Lachanfälle hat ;) Das sieht man gar nicht, wenn man das eigene Ich ist, aber vielleicht fände man sich in 'ner Serie total toll :) Vielleicht würde ich ja sagen "Alter! Ich will auch plötzlich über Youtube 'nen Seelenzwilling finden, aber das ist ja Blödsinn, weil sowas gibt es natürlich wieder nur in Serien -.-" Ehrlich! Ich bin ganz sicher: jeder von uns, der sich irgendwelche fiktiven Charaktere oder Geschichte herbeisehnt, vergisst manchmal wie schön seine eigenen sind <3
Das heißt ja nun nicht, wir alle sollten sofort aufhören von Geschichten zu träumen und Serien, Filmen oder Büchern unsere Aufmerksamkeit zu schenken. Und das heißt auch nicht, dass unser Leben NUR toll ist. Aber ich finde man muss auch bedenken, dass diese Figuren es auch nicht immer leicht haben und man meistens nur das Schöne aus ihrem Leben möchte.
Ich finde wir alle denken beim nächsten Mal "Vergleichen" mal an meinen unglaublich intelligenten Blogeintrag hier. Hahahahaha :D
Eure Jenny ♥